![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
|
|
Unser erstes Seminar in Annweiler
Noch vor dem eigentlichen Beginn des FSJs in unseren Einsatzstellen trafen wir uns Anfang September in Annweiler in der Pfalz zu unserem ersten Seminar. Die Spannung war bei uns allen groß: die anderen FSJler- wie sind die wohl so? Wie läuft so ein Seminar ab? Erwartet uns trockene Theorie? Schließlich haben wir das FSJ gewählt, um praktische Erfahrungen zu sammeln... bekommen wir trotzdem einige Hintergründe vermittelt, die uns in der Arbeit helfen? Was würde uns später in unseren Einsatzstellen erwarten?
Nach einem ersten gemütlichen Abend im "Burgunderkeller" des Hauses stand am Dienstag Selbsterfahrung auf dem Programm. Wir würden mit "behinderten" Menschen arbeiten - Augenbinden, Fußfesseln und Rollstühle wurden ausgeteilt um uns eine Vorstellung von ihrer Situation zu geben. Bei Alltagstätigkeiten wie einem Einkauf in der Stadt erkannten wir ganz schnell wie schwierig es zum Beispiel sein kann, nur einen Laden zu betreten, um etwas einzukaufen oder mit dem Rolli durch die engen Regalreihen zu kommen. Spannend war es auch, die Reaktionen der Passanten zu beobachten...
In diesem ersten Seminar füllten wir einen Fragebogen mit Themenvorschlägen und unseren Ideen für die kommenden Seminare aus. So konnten wir Schwerpunkte entsprechend unserer Interessen legen.
In den kommenden Tagen lernten wir in den Seminaren "Grundpflege" und "Nahrungsaufnahme" Grundlagen. Durch gegenseitiges Füttern oder Zähneputzen kam auch die Praxis nicht zu kurz. Zum Seminar "Basale Stimulation" gehörte auch der Barfußpfad und das gegenseitige Massieren.
Vertiefungen beim zweiten Seminar
Auf unserem zweiten Seminar beschäftigten uns die Themen "Epilepsie", "Beschäftigungen mit Menschen mit Behinderungen" und "Gebärdensprache".
Zu den Themen waren, wie auch in den kommenden Seminaren, Dozenten eingeladen. Besonders fasziniert hat uns alle sicherlich die Gebärdensprache. Noch in den folgenden Tagen sah man überall FSJler, die sich mit mithilfe der neu erlernten Gebärden zu verständigen versuchten.
Beim Spielenachmittag zum Thema "Beschäftigungen mit Menschen mit Behinderungen" probierten wir natürlich eine Menge aus. Ein Beispiel ist das Gehörmemory, bei dem sich Gruppen mit verbunden Augen finden mussten. Gar nicht mehr aufhören wollten wir mit einem Spiel, bei dem fast alle eine große durchsichtige Folie festhalten, der Rest der Gruppe liegt direkt darunter. In die Folie können warmes Wasser (das spürt man sehr angenehm auf der Haut), Luftballons oder Murmeln gegeben werden, die man von unten sieht oder spürt.
Unser drittes Seminar
Bei der Planung unseres dritten Seminars hatten wir uns auf "ADS", das "Downsyndrom", "Autismus", das "Tourette-" und das "Rett-Syndrom" geeinigt, außerdem auf ein Bewerbungstraining und einen Berufsinfonachmittag, bei dem Vertreter verschiedener Berufsgruppen im sozialen Bereich ihre Arbeit vorstellten.
Beim Wiedersehen war deutlich, dass wir uns als Gruppe längst gefunden hatten.
In den folgenden Tagen erwartete uns eine geballte Menge Information, doch unser Interesse war groß – wir hatten uns die Themen ja selbst gewünscht, und auch dieses Mal waren sie so gelegt, dass die Praxis zwischendurch oder auch mal ein Spielenachmittag die Theorie auflockerten.
Bei der Rückkehr in die Einrichtungen nach dem Seminar kam uns unser erlerntes Wissen über die Behinderungsarten zugute – wir wussten Bescheid über die Hintergründe der Behinderungen der Menschen, die wir betreuen.Erlebnispädagogik beim vierten Seminar
Auf unser viertes Seminar in Dahn freuten wir uns besonders, der erlebnispädagogische Aspekt stand ganz im Vordergrund. Bei durchgehend schönem Wetter trafen wir uns abermals in der Pfalz, um unsere Grenzen auszutesten – als Gruppe bei Teamspielen, uns selbst bei Vertrauensspielen und natürlich beim Klettern.
Spannend war es zu sehen, wie wir als Gruppe Aufgaben wie zum Beispiel eine Seilbrücke über einen "Säuresee" bewältigen konnten. An zwei Tagen war die Hälfte der Seminargruppe unterwegs mit zwei Erlebnispädagogen. Der andere Teil beschäftigte sich mit unseren Projekten FSJ-T-Shirt und –Zeitung. Am Mittwoch fand eine von uns selbst organisierte Stadt- und Waldralley statt, für die wir unter anderem unser letztes Hemd gaben – eine Kleiderkette auf dem Boden und spärlich bekleidete FSJler erfreuten vorbeikommende Spaziergänger...
Bei der Reflexion am Freitag stellte sich heraus, dass für den Großteil der Gruppe das Erklettern der ca. 30m hohen Felsen "Braut und Bräutigam" der absolute Höhepunkt der Seminare überhaupt war. Das Gefühl dort oben anzukommen, alle Angst überwunden zu haben und sich ins Gipfelbuch einzutragen war einfach überwältigend.
Ein fünftes Seminar Anfang August wartet noch auf uns. Unser Abschlussseminar wird mit einem großen Fest aller FSJler enden.
Bestimmt werden uns alle die Seminare als Bereicherung des FSJs in Erinnerung bleiben. Wir haben viel gelernt, was wir in der Arbeit und im späteren Leben brauchen werden, haben Erfahrungen gesammelt, uns als Gruppe erfahren und nicht zuletzt bei alldem auch noch eine Menge Spaß gehabt!