![]() |
|
|---|---|
Kindertagesstätte in der Kaiserallee Altersgemischte Kindertagesstätte für Kinder mit und ohne Behinderung – ein Projekt für unsere Zukunft
Der Umbau des ehemaligen Polizeireviers Weststadt in der Kaiserallee 16 in eine Kindertagesstätte hat begonnen. 70 Kinder werden nach einer Umbauphase von etwa neun Monaten einziehen und das Baudenkmal aus der Kaiserzeit mit Leben und Kinderlachen füllen. „Schon lange ist es Reha-Südwest für Behinderte gGmbH ein wichtiges Anliegen, in Karlsruhe eine Einrichtung zu bieten, die eine altersgemischte, gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung möglich macht,“ so Geschäftsführerin Marion Reick-Westphal. Die Eröffnung einer Kinderkrippe in der Bismarckstraße im vergangenen Jahr war der erste Schritt. Mit einem zentrumsnahen Betreuungsangebot für Kinder bis zum Einschulungsalter folgt nun der zweite Schritt der Inklusion von Kindern mit Behinderung. Das Konzept der Tagesstätte ermöglicht es, bereits auch Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerung oder schwerer Behinderung zu betreuen und gleichzeitig von dem vielseitigen, therapeutischen Angebot – Ergo-, Logo- und Physiotherapie, Frühförderung – zu profitieren. „Unsere inklusive Pädagogik kümmert sich um jedes Kind und verfolgt das Ziel, die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten jedes Kindes auszuschöpfen. Die separierende und selektierende Pädagogik unseres Bildungssystems ist dagegen die Ursache für die sich anschließenden Bemühungen um Integration der ausgesonderten Kinder“, betont Geschäftsführer Uwe Herbener-Roos. Konzept der Einrichtung In der neuen Kita werden die Kinder in fünf Gruppen betreut. Zwei Intensivkooperationsgruppen nehmen je 15 Kinder, die Krippengruppe zehn Kinder im Alter von zwei Monaten bis zwei Jahren und zwei altersgemischte Gruppen 30 Kinder bis ins Einschulungsalter auf. Das pädagogische Konzept der Kindertagesstätte wurde von Pädagogen, Erziehern, Therapeuten und medizinischen Fachkräften erarbeitet. Das Projekt verbindet die Bildungsangebote der Sonder- und der allgemeinen Pädagogik in einem Gesamtkonzept zur individuellen Förderung aller Kinder. Was Kinder mit oder ohne Behinderung im Zusammensein mit und von anderen Kindern lernen ist bedeutungsvoll. Sie beobachten, probieren, experimentieren und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit. Sie lernen im Spiel sich auszudrücken, durchzusetzen, Konflikte auszutragen und respektvoll miteinander umzugehen. Im Miteinander aller Kinder wird ein Wir-Gefühl, ein Solidaritätsgefühl aufgebaut. Umbaumaßnahmen Die geplanten Umbaumaßnahmen werden dieses Konzept des Miteinanders unterstützen und schaffen auf etwa 900 Quadratmetern Fläche kindgerechte, barrierefreie Räumlichkeiten. Ein großer Saal im Erdgeschoss wird Treffpunkt für alle Altersgruppen sein. Neben den Krippenbereichen entstehen Bereiche für Integrationsgruppen mit besonderen Schwerpunkten. Therapieräume, ein Mehrzweckraum, ein Kunstwerkraum sowie eine neue Terrasse mit Sitzstufen für ein Theaterpublikum unterstützen das pädagogische Konzept. Und wer die Pläne zur Gestaltung des über 3000 Quadratmeter großen Außengeländes mit altem Baumbestand betrachtet, weiß sofort: Hier fühlen sich Kinder wohl. Ein großer, barrierefreier, rollstuhlgerechter Rundparcours mit unterschiedlichen Spiel- und Rückzugsbereichen lädt zum Spielen und Entdecken ein. Die reinen Baukosten werden mit rund 1,6 Millionen Euro beziffert. Das Projekt wird durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert. Die Kindertagesstätte bietet lange Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr und ist fast ganzjährig geöffnet. Geplant ist auch ein Babysitterdienst am Abend. Mit dieser Einrichtung werden Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Inklusion von Kindern mit Behinderung geschaffen. Mut tut gut – Kinder sind unsere Zukunft. Die Kindertagesstätte Kaiserallee wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Bildunterschrift: Das ehemalige Offizierscasino aus der Kaiserzeit, das zuletzt als Polizeirevier genutzt wurde, wird zur Kindertagesstätte für Kinder mit und ohne Behinderung umgebaut. |
|