Bregtalschule Furtwangen



Kunst und Kreativität

 

Künstlerisches Gestalten stellt nicht nur eine kreative und sinnerfüllende Form der Freizeitgestaltung dar. Gerade für Menschen mit geistiger Behinderung ist kreatives Gestalten eine Möglichkeit - unabhängig von den sprachlichen Fähigkeiten - ihre Erlebnisse, Stimmungen und Gedanken auszudrücken. Es lässt sich immer wieder beobachten, dass die Schaffenden ganz vertieft in ihr Tun und ganz bei sich selbst sind - ihre Behinderung in dem Augenblick unwesentlich wird.

Auf diesem Hintergrund wurde die Kunst-AG ins Leben gerufen - mit folgenden Zielsetzungen:

  • Förderung und Entfaltung der Gestaltungsfähigkeit und Phantasie
  • Entspannung und Ausgleich zum Schulalltag, Spass am kreativen Tun erleben
  • Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Eigenständigkeit
  • Möglichkeit geben, im Gestalten die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten
  • Gemeinschaftssinn und soziales Miteinander fördern
  • Soziale Integration

Die Kunst-AG setzt sich über einen bestimmten Zeitraum aus einer relativ festen Gruppe von BewohnerInnen des Internats zusammen. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich einmal wöchentlich und haben hier die Möglichkeit, in ihrer Freizeit schöpferisch tätig zu sein.

Es kommen verschiedenste Farben und Materialien zum Einsatz: Wasser- und Aquarellfarben, Fingerfarben und Künstlerfarben. Gemalt wird auf Papier, Glas, auf Leinwände; aber auch Collagen aus unterschiedlichsten Materialien werden gestaltet und mit unterschiedlichen Materialien plastiziert und experimentiert. Individuelle Vorstellungen haben Vorrang vor Themenvorgaben und bestimmten Techniken. Dort wo die Kinder und Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen Hilfe benötigen werden sie unterstützt. Es sind allerdings nicht die Ergebnisse entscheidend, sondern die Freude am Tun und die Möglichkeit, der eigenen Fantasie Raum zu geben.

Die TeilnehmerInnen sollen ihre eigenen Ausdrucksformen finden und ihre Persönlichkeit entfalten können. Sie können in ihrem Tun einen sichtbaren Erfolg erfahren. Sie erleben, dass das, was sie schaffen, nicht korrigiert wird, was wiederum wichtig ist, damit sich Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln und festigen kann.

Kunst und kreatives Tätigsein bleibt allerdings nicht nur auf die Räumlichkeiten an der Schule beschränkt. Das Aufsuchen öffentlicher Plätze, beispielsweise der Besuch von Kunstausstellungen in der Umgebung und museumspädagogische Projekte sind ebenfalls Bestandteil des Konzepts. Dadurch bieten sich Kontaktmöglichkeiten zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen (gesellschaftliche Integration). Projekte wie beispielsweise die Durchführung eigener Ausstellungen in öffentlichen Räumen werden verfolgt und geplant. Denn auch die Möglichkeit, die eigenen Werke in der Öffentlichkeit zu präsentieren, kann das Miteinander und mehr Verständnis für Menschen mit Behinderungen fördern. "Das genaue Hinsehen, das sonst gesellschaftlicher Takt verbietet und damit ein Kennenlernen verhindert, ist hier nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht."