Konzeption
Ziele
- Gesunderhaltung durch verschiedene Prophylaxen
- Größtmögliches Wohlbefinden schaffen
- Befriedigung sämtlicher Grundbedürfnisse
- Gute Zusammenarbeit mit Eltern, Schule, Ärzten und Therapeuten
- Dem Alter entsprechende Erfahrungen sammeln lassen
- Teilhabe am Gruppenleben
Integration
Die schwerst-mehrfachbehinderten Kinder und Jugendlichen wohnen im Internat in einer gemischt-geschlechtlichen und integrierten Gruppe. Da sie auch in der Schule in einer integrierten Klasse sind, schauen wir verstärkt darauf, dass in ihrer Freizeit viele Ruhezonen geschaffen werden. Es ist einerseits sehr wichtig, solche Kinder und Jugendliche zu integrieren, andererseits benötigen sie auch sehr viel Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten, um nicht überfordert zu werden. Die integrativen Angebote und Ruhephasen werden individuell auf die Bedürfnisse und auf das momentane Wohlergehen des jeweiligen Kindes/Jugendlichen abgestimmt.
Integration erfahren sie durch soziale Beziehungen wie z.B. beim gemeinsamen Essen, gemeinsame Ausflüge, gemeinsame Feste (Geburtstage), Musik hören, Schmusen - Kuscheln etc.
Ihre Ruhe finden sie durch eine ruhige Umgebung, Meditationsmusik, Wassersäule, Badetherapie, Aromatherapie, verschiedene Lagerungen etc. und vor allem durch Körperkontakt.
Unser pädagogisches Konzept
Unser Pädagogisches Grundanliegen ist es, Leben und Lernen zu verbinden, Erfahrungsräume zu schaffen, die jeder/jedem Einzelnen ermöglichen, seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten einzubringen und weiter zu entwickeln, unabhängig von der Schwere der Behinderung.
Handlungsleitende Prinzipien sind für uns Selbstbestimmung, Individualität, Bedürfnisorientierung, eine konstruktive Beziehungsgestaltung, Normalisierung und soziale Integration.
Wohn- und Lebensraum
Wohnen beinhaltet für uns sowohl Geborgenheit, Erleben von Gemeinschaft als auch für Individualität und Selbstverwirklichung und eine an den besonderen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientierte Alltagsgestaltung und Förderung. Dabei ist uns wichtig, dass jeder/jede Bewohner/in entsprechend seinen/ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten an der Gestaltung des Internatsalltags beteiligt ist. Wir gestalten den Alltag entwicklungsfördernd und lernanregend.
Zur Verwirklichung dieser Zielsetzungen haben wir differenzierte Wohnmodelle:
Altersgemischte Gruppen:
In drei Wohnbereichen leben Kinder und Jugendliche in altersgemischten Gruppen zusammen, um ihnen ein breitgefächertes Spektrum an sozialen Beziehungen und gegenseitigen Lernprozessen zu ermöglichen. Hierdurch wird das 'Lernen am Modell' unterstützt. Die Kinder und Jugendlichen lernen sich zu behaupten, Grenzen zu setzen, Konflikte auszutragen und sich mit Verhaltensweisen anderer auseinanderzusetzen. Dies unterstützt sie beim altersgerechten Ablöseprozess und lässt sie ihre sozialen Kompetenzen erweitern.
Jugendgruppe:
Schwerpunkt der Begleitung in dieser Gruppe ist es, die SchülerInnen im Jugendalter nach ihren individuellen Möglichkeiten auf ihre zukünftige Lebenssituation vorzubereiten. Dies geschieht durch größtmögliche Selbstversorgung im hauswirtschaftlichen Bereich, wie auch durch Förderung ihrer Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. Indem die Jugendlichen ihre Freizeit mit Gleichaltrigen verbringen, haben sie die Chance, ihre Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf die Freizeitgestaltung zu verwirklichen.
Autonome Wohngemeinschaft:
In der autonomen Wohngemeinschaft leben bereits sehr selbständige SchülerInnen. Die "Aut-WG" bietet den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Weiterentwicklung ihrer Alltagsautonomie, um ihnen den Übergang zur Arbeit und einem weitgehend eigenständigen Leben zu erleichtern. Diese Zielsetzungen erfordern eine gewisse Homogenität der Bewohner/innen hinsichtlich des Entwicklungsstandes und bestimmter Kompetenzen.
Freizeitpädagogik
Das Streben nach Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung ist ein menschliches Bedürfnis, welches wir durch unser freizeitpädagogisches Konzept unterstützen wollen. Deshalb sind unverzichtbare Elemente unseres Konzepts die freie Zeiteinteilung und Freiraum für eigene Interessen zu schaffen. Die Kinder und Jugendlichen tragen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Verantwortung dafür, wie sie ihre Freizeit verbringen. Sie treffen selbst die Entscheidung an welchen Angeboten sie teilnehmen wollen. Freizeitpädagogische Aktivitäten sind lediglich als Anregung gedacht (z.B. Reiten, Wandern, Kunst & Kreativität, Erlebnispädagogik).
Gesellschaftliche Integration
Es ist uns wichtig, dass Leben und Lernen nicht auf den Wohn- und Lebensraum Internat beschränkt ist. Unser pädagogischer Ansatz ermöglicht in hohem Maße den Einbezug des "Aussen".
Die Kinder und Jugendlichen sollen mit Nichtbehinderten Kontakte aufbauen können. Uns ist es wichtig, Anforderungen, die das nähere und weitere Umfeld (Wohnumfeld) stellt, erfahrbar zu machen; die SchülerInnen lernen, sich in der näheren Umwelt zurechtzufinden, diese mitzugestalten und sich als Teil der Gemeinschaft zu erleben.
Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten
Wir verstehen uns als familienergänzende Einrichtung und streben deshalb eine enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten an. Uns ist es wichtig, die Angehörigen/Eltern in das Internatsleben miteinzubeziehen; Besuche im Internat und Elterngespräche oder Hausbesuche gehören zu unserem Angebot.